„Herzstück der Demokratie“ im Kiez und für Europa

In der festlichen Atmosphäre der Friedenskirche am Park Sanssouci wurde am 1. September der Potsdamer Ehrenamtspreis vergeben. Ausgezeichnet wurden insgesamt 10 Personen in fünf Kategorien und einem Sonderpreis. Wir gratulieren allen Preisträgern, allen Nominierten und danken allen, die sich ehrenamtlich in Potsdam für andere engagieren.

Ansprache von Oberbürgermeister Jann Jakobs
zur Eröffnung der Festveranstaltung
zum Potsdamer Ehrenamtspreis 2011

Sehr geehrte Festfamilie,

wir feiern heute an der gleichen Stelle, an der vor wenigen Tagen ein königliches Paar getraut worden ist. Und wenn deshalb die Medien voll der Erinnerung an Preußen und seine historische Prägung für die Landeshauptstadt Potsdam waren, so sollen und werden sie, dessen bin ich gewiss, über den heutigen Tag ebenso ausführlich und in großen Bildern berichten.

Denn heute feiern wir als ganze Stadt das, was ihre Existenz als modernes, zukunfsfestes und alle Schichten verbindendes Gemeinwesen ausmacht. Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit, bürgerschaftliches Engagement hier und im ganzen Land sind das Herzstück der Demokratie und ihres Glückes Unterpfand.
An den heute vorzustellenden Preisträgern des Jahres 2011 zeigt sich der Schatz an menschlichem Anpacken und sozialem Mittun.

Wenn die Landeshauptstadt ein hohes Ansehen als liebens- und lebenswerte Stadt in Deutschland und in Europa genießt, dann verdankt sie diese Tatsache eben nicht nur ihren wirklich schönen Bauten (wie man an diesem Ort sieht) und ihrer wechselvollen Geschichte, sondern vor allem und nicht zuletzt ihren vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, den Städterinnen und Städtern, die sie mit Leben, mit Herzlichkeit, mit Toleranz und mit Gemeinsinn füllen!

Wenn wir als Verantwortliche der Stadt vor Ihnen aufstehen, verehrte Ehrenamtliche, dann drückt diese Geste mehr als jede andere aus, wie sehr wir uns vor den unzähligen Engagements verneigen, die Potsdam erst zur offenen, mutigen und selbstbewussten, urbanen Region machen.
Jede Freiwilligentätigkeit zählt. Ob es das Mithelfen in der Kita oder im Sportverein betrifft, das Mitsorgen im Mietshaus und in der Nachbarschaft, das Engagement in Bürgerinitiativen und Stadtteilprojekten, die Mitarbeit in Ausschüssen, Vereinigungen und demokratischen Parteien, die Aktivitäten für das kulturelle und interkulturelle Miteinander … alles zählt und gibt der Stadt die einzigartige Farbe und Ausstrahlung auf Besucher, Gäste und neue Einwohner.

Dieses Jahr verzeichnete die Jury annähernd 50 begründete und zum Teil ausführlich erläuterte Vorschläge, letztes Jahr über 50, davor 60 Hinweise und Anregungen.

Dabei dürfen wir bei diesen Zahlen nicht übersehen, wie viele Träger, Projekte und Initiativen keine Unterlagen einreichen, einfach weil sie ihr Tun für selbstverständlich halten und darum kein Aufhebens gemacht sehen wollen.
Ein großes Aufheben wollen die Preisauslober und Preisgeber – Pro Potsdam, Verein Soziale Stadt, Landeshauptstadt Potsdam und Karl-Marx-Wohnungsgenossenschaft – in der Tat auch nicht veranstalten. Wohl aber “DANKE!” sagen.

Danke dafür, dass Sie, Ihre Familien und Freunde, mit Ihrer Tatkraft geben, was Politik und Gesetze allein nicht vermögen: menschliche Zuwendung und gegenseitigen Halt in unserer Zeit.

Einige Medien, vor allem die Fernsehanstalten, haben es sich ein bißchen angwöhnt, in den Entwicklungen einer Stadt oder eines Landes vor allem die sichtbare Hand von uns Politiker und Politikerinnen zu erkennen.
Aber wenn etwas die Gegenwart und Zukunft wirklich bewegt, dann sind es die unsichtbaren Hände der tausenden Freiwilligen. Sie bilden in Wahrheit den Herzschlag der Gesellschaft. Was Sie leisten, direkt und indirekt, geht über das politische Geschäft hinaus und verdient die wahre Aufmerksamkeit von uns allen.
Daran einmal im Jahr in würdevollem Rahmen zu erinnern, auf eine Weise, die die ganze Stadt zusammenführt, an einem Ort, der zu einem der schönsten Wahrzeichen Potsdams gehört, scheint mir nicht unangemessen zu sein.

In diesem Sinn wünsche ich der heutigen Festveranstaltung mit dem zauberhaften Titel des Ehrenamtpreises 2011: “Zwischen Kiez und Europa” den ihr zustehenden Glanz an Aufmerksamkeit, Würdigung und Anerkennung der gesamten Stadt und ihrer Medien. Sie, die Ehrenamtlichen, sind unsere Glanzlichter, ohne die Potsdam nicht hell strahlt. Lassen Sie uns also einige dieser Glanzlichter auf die Bühne holen!