Potsdamer Ehrenamtspreis: Das sind die Preisträger 2017

Am 19. Juli war es wieder soweit. Zum 11. Mal haben die Landeshauptstadt Potsdam, die ProPotsdam GmbH und Soziale Stadt Potsdam e.V. den Potsdamer Ehrenamtspreis bei einer Festveranstaltung feierlich vergeben.

Der Preis würdigt die Leistungen von Potsdamer Bürgern, die sich ehrenamtlich für die Entwicklung des Gemeinwesens engagieren. Wer ehrenamtlich tätig ist, wer sich für seine Mitmenschen und die gemeinsame Lebensumwelt verantwortungsvoll einsetzt war eingeladen, sich mit seinem Projekt zu bewerben.

Die Preisverleihung, bei der fünf Preisträger geehrt und acht Anerkennungen vergeben wurden, fand zum vierten Mal in der Schinkelhalle auf dem Kulturareal Schiffbauergasse statt.

Für den diesjährigen Ehrenamtspreis wurden bis zum 8. Juni Vorschläge und Bewerbungen eingereicht. Eine hat sich über die eingegangenen Vorschläge beraten und die Preisträgerinnen und Preisträger für einzelnen Kategorien benannt.

Es wurden insgesamt fünf Preise und acht Anerkennungen verliehen.

Wir beglückwünschen die Preisträgerinnen und Preisträger und danken allen Nominierten für ihr wichtiges Engagement für das Gemeinwesen in unserer Stadt.

Die Preisträger des Potsdamer Ehrenamtspreises 2017

Kategorie: Ehrenamtspreis für die Entwicklung der Quartiere

Foto: Stefan Gloede

Ehrenamtler der „Schatztruhe“ der AWO

In der „Schatztruhe“ der AWO im Schlaatz werden alltags- und hauswirtschaftliche Gegenstände, hauptsächlich aus Spendenaufkommen, für Menschen und Familien mit geringem Einkommen kostengünstig angeboten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit und ohne Migrationshintergrund engagieren sich während der Öffnungszeiten sind Ansprechpartner und Verkäufer zugleich. Aus dem Schlaatz ist der Laden nicht mehr wegzudenken. Hier findet Austausch und Begegnung statt, hier werden bedürftige Menschen mit Kleidung, Kleinstmöbeln und Spielsachen unterstützt. Pro Jahr profitieren rund 1.000 Menschen von diesem Angebot.

Laudatio von Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH

 

Kategorie: Ehrenamtspreis für langjähriges ehrenamtliches Engagement

Foto: Stefan Gloede

Heinz Bremer, Eva Neubus, Evelyn Radke und Hannelore Meyer

Über das Sozialwerk Potsdam begleiten Heinz Bremer seit 25 Jahren, Eva Neubus und Evelyn Radke seit 20 Jahren und Hannelore Meyer seit 5 Jahren blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem Alltag. Sie engagieren sich mit Angeboten wie einer offenen Selbsthilfegruppe, Gesprächs- und Informationskreisen, Spielenachmittagen und sportlichen Aktivitäten wie Wandern und Kegeln. Dabei sind neue Mitglieder und Gäste jederzeit willkommen. Die acht ehrenamtlichen Mitstreiter in diesem Projekt organisieren und führen verschiedene Veranstaltungen durch und erreichen mit ihren Aktionen monatlich bis zu 25 blinde Menschen und jene mit Sehbehinderung.

Laudatio von Daniel Beermann, Geschäftsführender Vorstand des Vereins Soziale Stadt Potsdam

 

Kategorie: Ehrenamtspreis für das Wirken gegen Hass und für Toleranz

Foto: Stefan Gloede

Sexta Feira

Die Trommelgruppe „Sexta Feira“ aus Potsdam probt – getreu ihrem portugiesischen Namen – jeden Freitag und hat sich afro-brasilianischen Rhythmen verschrieben. Die mehr als 20 Mitglieder aller Altersgruppen engagieren sich für ein weltoffenes und tolerantes Potsdam und unterstützen seit Jahren die Aktionen von „Potsdam bekennt Farbe“. „Sexta Feira“ wirbt musikalisch für Toleranz und tritt gegen Rechts auf. Bei Kundgebungen des Bündnisses eröffnet und begleitet die Gruppe das Programm und gehört seit 2008 zum festen Bestandteil des jährlichen Toleranzfestes. Mit stundenlangem Trommeln auch bei Wind und Wetter beweist „Sexta Feira“ eine kräftige Portion Durchhaltevermögen.

Laudatio von Birgit Müller, Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Potsdam

 

Kategorie: Ehrenamtspreis für den Schutz und Erhalt der Natur

Foto: Stefan Gloede

Frank Hübner

Frank Hübner engagiert sich seit 3 Jahren auf der Habichtwiese im Potsdamer Norden mit verschiedenen Projekten der Umweltbildung und schafft damit Möglichkeiten für Kinder und Familien, sich selbst auf der Fläche zu verwirklichen, mit zu pflanzen und zu bauen. Er arbeitet zudem mit Schulklassen und Geflüchteten zusammen und bietet kostenfreie außerschulische Lernangebote zu den Themen Naturschutz, Umweltbildung und Nachhaltigkeit. Des Weiteren unterstützt er das Stadtteilnetzwerk Bornstedt bei Veranstaltungen wie dem Stadtteilfest Bornstedt.

 

Laudatio von Kathrin Feldmann, Mitarbeiterin der Stadtkontor Gesellschaft für behutsame Stadtentwicklung mbH

 


Kategorie: Sonderpreis der Stadtwerke Potsdam GmbH für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Foto: Stefan Gloede

Die ehrenamtlichen Helfer der „Stadt der Kinder“

Die „Stadt der Kinder“ findet 2017 bereits zum 12. Mal als Kooperation verschiedener sozialer Träger und Einrichtungen unter Federführung des Bürgerhauses am Schlaatz statt. Ohne die jährlich etwa 65 ehrenamtlichen Helfer unterschiedlichen Alters und Herkunft wäre dieses Projekt mit seiner Vielzahl an pädagogischen Angeboten nicht durchführbar. Die „Stadt der Kinder“ stellt ein herausragendes Angebot zur kostenlosen Ferienbetreuung von Grundschulkindern und insbesondere für einkommensschwache Familien dar. Das hohe Maß an freiwilligem ehrenamtlichen Engagement trägt dazu bei, dieses Angebot weiterhin kostenfrei für alle Potsdamer zugänglich zu machen.


Anerkennung für die Entwicklung der Quartiere

Foto: Stefan Gloede

Martina Wilczynski

Martina Wilczynski hat als Leiterin und Gestalterin des Schlaatzer Bürgerclubs ein neues Format der nachbarschaftlichen Begegnung und des Austauschs geschaffen. In monatlichen Treffen werden Themen diskutiert, die den Stadtteil betreffen – häufig unter Beteiligung von Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft. Stets zeigt sie Präsenz bei verschiedenen Veranstaltungen im Stadtteil, wo sie auch Bürgerstimmen einfängt und dadurch erfährt, was die Schlaatzer bewegt und wo der Schuh drückt. Sie gibt den Anliegen ihrer Nachbarn eine Stimme, bietet Raum für Ideen und deren Umsetzung. Auf ihre Initiative hin sind bereits zahlreiche Aktionen wie beispielsweise die Putztage entstanden.

Foto: Stefan Gloede

Uta und Wieland Rödel

Uta und Wieland Rödel organisieren und leiten ehrenamtlich verschiedene Zeichen- und Kreativzirkel u.a. in der Seniorenfreizeitstätte der AWO in der Waldstadt II und der Begegnungsstätte K2 der Potsdamer Wohnungsbaugenossenschaft eG. Wieland Rödel engagiert sich zudem bei deren Kinderfesten mit künstlerischen Kreativangeboten, und Uta Rödel führt mehrmals im Jahr Bastelkurse mit Kitakindern durch. Dabei machen sie alles, was sie tun, mit Freude und Leidenschaft. Geschätzt werden die Eheleute für ihr langjähriges, unermüdliches, ideenreiches Engagement, ihre Beständigkeit und ihre Kreativität, mit der sie seit Jahrzehnten andere Potsdamer anstecken.

Anerkennung für langjähriges ehrenamtliches Engagement

Foto: Stefan Gloede

Ursula Müller

Ursula Müller initiiert und begleitet seit rund 10 Jahren Projekte für jüngere und ältere Senioren im Schlaatz – insbesondere im Friedrich-Reinsch-Haus. Sie leitet ehrenamtlich den regelmäßigen Tanzkreis, organisiert Tanzveranstaltungen mit Live-Musik und bis zu 50 Teilnehmern einmal im Monat, nimmt als aktives Mitglied am Handarbeitsclub und weiteren Seniorenprojekten im Stadtteil teil. Sie ist mit ihrer freundlichen, zuverlässigen Art ein fester Ansprechpartner für die Organisation und Durchführung der Kurse und Feste, aber auch für deren Teilnehmer. Ohne Ursula Müller würde für viele jüngere und ältere Senioren im Stadtteil eine Aktive fehlen, die selbst aktiviert.

Foto: Stefan Gloede

Lore Bertz

Lore Bertz setzt sich als Mitglied der Gruppe der ehrenamtlichen Mitarbeiter im AWO Seniorenzentrum Käthe-Kollwitz-Haus engagiert für die Belange und Wünsche der Mieter im Betreuten Wohnen der Einrichtung ein und unterstützt die Seniorenfreizeitstätte aktiv bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen für die Senioren im Quartier – stets im Sinne des nachbarschaftlichen Zusammenhalts. Auch bemüht sich Lore Bertz um intensive Kontakte zwischen Senioren und Kindern der AWO Kindertagesstätte Spatzenhaus. Sehr wertgeschätzt wird auch ihr Engagement im Seniorenbeirat der Stadt Potsdam, insbesondere in der Arbeitsgruppe Wohnen im Alter.

Anerkennung für das Wirken gegen Hass und für Toleranz

Jirka Witschak

Jirka Witschak ist der Gründer des Katte e.V. und organisiert seit 2004 den jährlichen Queensday als Teil des Potsdamer Christopher Street Day. Katte e.V. bietet Präventions- und Betreuungsangebote für homo- und bisexuelle Menschen. Zudem klärt der Verein über sexuelle Gesundheit und sexuelle Identität an Bildungs- und Jugendeinrichtungen auf. Des Weiteren setzt sich Jirka Witschak für geflüchtete Menschen ein, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden. Die Arbeit, die er in Potsdam ehrenamtlich leistet, hat einen Wirkungskreis, der weit über die Landeshauptstadt hinausgeht. Für sein jahrelanges, unermüdliches, bis an die eigenen Grenzen gehendes Engagement wird er sehr geschätzt.

Foto: Stefan Gloede

Start with a Friend e.V.

Start with a Friend bringt in Potsdam und 13 weiteren deutschen Städten Geflüchtete und Einheimische in Tandempartnerschaften zusammen. Jeder einzelne Standort wird von ehrenamtlich Engagierten organisiert. Im Idealfall erwächst aus dem Tandem eine Freundschaft, in jedem Fall entsteht ein gesellschaftliches Netzwerk, das Geflüchteten ihren Start in Deutschland erleichtert. Gegründet 2014, konnten bis jetzt bundesweit 2.000 Tandems gebildet werden, davon 60 in Potsdam. Damit Menschen miteinander statt übereinander sprechen, schlägt Start with a Friend eine Brücke, stellt sie einander vor und schafft Integration auf Augenhöhe, von der Geflüchtete und Einheimische profitieren.

Laudatio von Karin Juhàsz, Mitarbeiterin der Landeshauptstadt Potsdam


Anerkennung für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Foto: Stefan Gloede

Lucas Stock und Martin Zech

Lucas Stock und Martin Zech engagieren sich seit vielen Jahren beim Betrieb der nichtkommerziellen Boulderhalle „Blockzone“ in der Waldstadt II. In Kooperation mit der Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ eG und der Bouldergruppe des Alpenvereins Potsdam, in unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, mit viel Eigenleistung und großem Ideenreichtum wurde eine leerstehende Halle zu Potsdams erster Boulderhalle umgebaut. Seit 2007 nutzen die „Blockzone“ Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit großer Begeisterung. Ihre Öffnungszeiten werden ehrenamtlich von Vereinsmitgliedern abgedeckt. Ebenfalls durch den engagierten Einsatz Ehrenamtlicher wird sie stetig baulich erweitert.

Foto: Stefan Gloede

Dr. Axel Werner

Dr. Axel Werner ist Mitbegründer des Vereins Extavium e.V., dessen Anliegen es ist, allen Menschen grundlegendes naturwissenschaftliches Wissen spielerisch und nachhaltig zu vermitteln. Seit 2006 gehen Dr. Axel Werner und seine Mitarbeiter jedes Jahr an Potsdamer Schulen und zeigen, wie schön und einfach begreiflich Naturwissenschaften sein können. Bisher konnten aufgrund seiner Initiative und seines Durchhaltevermögens rund 500.000 Menschen von den Leistungen des Extaviums profitieren. Die hochqualifizierten Mitarbeiter, meist promovierte Naturwissenschaftler mit über 10 Jahren Berufserfahrung, arbeiten für den Mindestlohn und die gute Sache.