Potsdamer Ehrenamtspreis: Das sind die Preisträger 2018

Der Potsdamer Ehrenamtspreis wurde am 26. Juni zum zwölften Mal verliehen. Mit dem Ehrenamtspreis werden die vielfältigen Engagements und Freiwilligentätigkeiten von Potsdamerinnen und Potsdamern gewürdigt, die sich in ihrer Stadt für die Belange Anderer einsetzen und dafür unentgeltlich ihre Zeit und ihre Kraft investieren.

Gemeinsame Auslober des Ehrenamtspreises waren die Landeshauptstadt Potsdam, die ProPotsdam GmbH und der Verein Soziale Stadt Potsdam. Hauptpartner war zum sechsten Mal die Energie und Wasser Potsdam GmbH, die den Sonderpreis in der Kategorie „Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ gestiftet hatte.

Die Preisverleihung, bei der fünf Preisträger geehrt und acht Anerkennungen vergeben wurden, fand zum fünften Mal in der Schinkelhalle auf dem Kulturareal Schiffbauergasse statt.

Für den diesjährigen Ehrenamtspreis wurden bis zum 12. Juni Vorschläge und Bewerbungen eingereicht. Eine Jury hat sich über die eingegangenen Vorschläge beraten und die Preisträgerinnen und Preisträger für einzelnen Kategorien benannt.

Wir beglückwünschen die Preisträgerinnen und Preisträger und danken allen Nominierten für ihr wichtiges Engagement für das Gemeinwesen in unserer Stadt.

Die Preisträger des Potsdamer Ehrenamtspreises 2018

Kategorie: Ehrenamtspreis für langjähriges Engagement

Foto: Stefan Gloede

Burkhard Radtke

Wer in Groß Glienicke wohnt, wird ihn kennen, erst recht, wenn er in der Evangelischen Kirchengemeinde aktiv ist. Radtke führt nämlich seit vielen Jahren Kirchen- und Friedhofsführungen durch und bereitet Gottesdienste vor. Sein Engagement reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Seit 1992 gehört er dem Gemeindekirchenrat an, seit nun elf Jahren steht er ihm vor. Sein weltliches, menschliches und kirchliches Engagement für den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft im äußersten Nordosten Potsdams haben ihm die Nominierung und letztlich auch die Auszeichnung beschert.

 

Laudatio von Daniel Beermann, Geschäftsführer des Vereins Soziale Stadt Potsdam

Kategorie: Ehrenamtspreis für die Entwicklung der Quartiere

Foto: Stefan Gloede

Sandra Engelbrecht und Familie

Familie Engelbrecht, allen voran Sandra, ist mit ihrer vielfältigen Nachbarschafts-, Quartiers- und Bildungsarbeit im Schlaatz und in Bornstedt vielen Potsdamern ein Begriff. Frau Engelbrecht, vom Hause aus Biologie-Lehrerin, betreut die außerschulischen Bildungsprojekte vom Friedrich-Reinsch-Haus in den Schulferien. Zudem organisiert die Familie in den Wintermonaten Film- und Spieleabende im Friedrich-Reinsch-Haus, die sie auch selbstständig durchführt. Ihr Mann Jens und die beiden Söhne unterstützen sie tatkräftig überall da, wo es möglich ist, so z.B. auch bei der Stadt der Kinder, die dieses Jahr zum 13. Mal stattfand.

Sonderpreis der EWP für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Foto: Stefan Gloede

Robert Segner

Der Sänger und Tänzer, der in Potsdam-West auf der „Platte“ groß wurde, leistet ehrenamtlich wertvolle integrative und befähigende Arbeit mit Kindern und Jugenlichen im Bereich Tanz und Hiphop-Kultur. Er organisierte zudem in den letzten Jahren Breakdance-Battles und Festivals. In einem rbb-Beitrag über ihn heißt es: „Wenn in Potsdam gebreakt wird, dann hat Robert Segner seine Finger im Spiel.“ Mit seiner kulturellen, künstlerischen und kulturellen Bildungs- und community-Arbeit hilft er jungen Menschen, sich zu engagierten, offenen, selbstbewussten und aktiven Erwachsenen zu entwickeln, befand die Jury.

Ehrenamtspreis für das Wirken für Demokratie, Toleranz und Integration

Foto: Stefan Gloede

Lernwerkstatt Deutsch im Bildungsforum

Die Lernwerkstatt Deutsch ist ein niedrigschwelliges Angebot zum Deutschlernen, das seit Herbst 2013 täglich in den Räumen der Stadt- und Landesbibliothek stattfindet und von der Volkshochschule betreut wird. Über 60 ehrenamtliche LernbegleiterInnen unterstützen Migranten ganz individuell beim Deutschlernen. Die Lernwerkstatt ist von Montag bis Freitag zu festen Zeiten für jeweils 1,5 Stunden geöffnet. Ziel ist es, Migranten mit ganz unterschiedlichem Vorwissen und Bildungshintergründen individuell zu helfen. Außerdem entstehen durch das gemeinsame Lernen Kontakte zwischen Alt- und Neu-Potsdamern, die sich positiv auf das gegenseitige Verständnis auswirken. Die Lernwerkstatt ist ein offenes und kostenfreies Angebot, eine Anmeldung nicht erforderlich. Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit leisten sie der Jury zufolge einen großen Beitrag zur Integration der Neuzugezogenen.

Laudatio von Birgit Müller, Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung

Ehrenamtspreis für den Schutz und Erhalt von Natur und Umwelt

Alexander Gorges

Seit über zehn Jahren ist Alexander Gorges ehrenamtlich engagiert, zunächst im Verein Haven-Volck e.V., einem Verein für Kulturelle Bildung und Geschichtsvermittlung, der vor allem außerschulische Bildungsangebote für Kinder und Familien organisiert. In diesem Rahmen hat er zahlreiche Workshops mitgestaltet und Kinder begeistert, vor allem für naturwissenschaftliche Themen. Seit etwa vier Jahren ist er zudem bei den StadtrandELFen aktiv und engagiert sich für das Projekt „Habichtwiese“ in Bornstedt. Ob es ums Bauen und Konstruieren geht oder um die Vermittlung von Wissen im Rahmen von Bau- und Projekttagen, Gorges ist immer gern dabei und packt eifrig mit an. Am Abend der Preisverleihung musste er seine Teilnahme leider kurzfristig absagen.

 

Neben den Preisen vergab die Jury Anerkennungen in Würdigung außerordentlicher ehrenamtlicher Leistungen.

Foto: Stefan Gloede

Für ihre ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gab es Anerkennungen für Marie Blume, Jutta Marbach sowie Kathrin und Thomas Gaede für ihr Engagement für die Spirellibande. Frau Blume hilft an der Weidenhof-Grundschule bei der Zubereitung und Betreuung des kostenlosen Frühstücks mit, wodurch dutzende Kinder gesättigt in den Tag starten können. Frau Marbach ist einmal pro Woche an der Käthe-Kollwitz-Oberschule und hilft bei der Zu- und Nachbereitung der ersten Mahlzeit des Tages mit. Familie Gaede setzt sich seit Jahren gegen Kinderarmut ein und hat sich besonders um die Gewinnung von Sponsoren für das kostenlose Frühstück verdient gemacht.

Mit drei Anerkennungen würdigte die Jury langjähriges ehrenamtliches Engagement. Sie wurden an Frank Ditting für die Nachwuchsarbeit des RC Germania Potsdam e.V., an das ehrenamtliche Betreuungsteam des Hospiz- und Palliativdienstes Potsdam und an Sunita Rosemarie Singh für ihre langjährige Arbeit mit psychisch kranken Menschen vergeben. Herr Ditting ist seit über 25 Jahren Vertrauter, Föderder und Ansprechpartner für Eltern und Kinder im Ruderclub. Er ist stets in der Lage, dem sich auch im Sport ändernden Umfeld anzupassen. Mit der richtigen Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit versucht er immer, im Sinne des Kindes zu handeln.

Foto: Stefan Gloede

Margot Thiede, Monika Miess, Irmgard Athenstädt, Diana Enke und Maria Zentgraf sind bereits seit über zehn Jahren beim Hospizdienst ehrenamtlich tätig und haben in dieser Zeit viele sterbende und um ihre Angehörigen trauernde Menschen begleitet. Eine Sterbebegleitung geht manchmal über einige Tage, kann aber schon mal ein paar Wochen dauern. Die Ehrenamtlichen sind dann regelmäßig bei den Betroffenen. Sie lesen etwas vor, führen Gespräche, machen Spaziergänge oder sind „einfach da“, damit die Menschen in dieser schweren Zeit nicht allein sind. Frau Athenstädt und Frau Miess sind zusätzlich im Trauercafé des Hospizdienstes tätig. Sunita Rosemarie Singh arbeitete schon in ihrer Schulzeit ehrenamtlich in Krankenhäusern. Seit 2013 hilft sie im Sekiz in Potsdam mit, Kinder und Jugendliche in der Schule zu betreuen.

Foto: Stefan Gloede

Für ihr ehrenamtliches Engagement für die Entwicklung der Quartiere erhielten das Bündnis Mietenstopp und die Initiative „Stadtmitte für Alle“ Anerkennungen. Das Bündnis Mietenstopp bietet seit Anfang 2017 eine Plattform für Mieter in Potsdam, um sich zu vernetzen und auszutauschen und setzt sich in diversen Form für Wohnen als Menschenrecht ein. Es informiert über aktuelle, relevante Entwicklungen zum Thema Mieten und Wohnen in Potsdam und organisiert Möglichkeiten bürgerschaftlicher Beteiligung. Stadtmitte für Alle ist ein zivilgesellschaftlicher Zusammenschluss von Potsdamer Initiativen und Verein, Gruppen und Einzelpersonen, denen eine nachhaltige Stadtentwicklung am Herzen liegt. Das Bündnis reflektiert kontrovers stadtpolitische Entwicklungen und schafft einen niedrigschwelligen Zugang zu diesem Prozess. Im Zentrum steht dabei die Stadtmitte, die als Symbol der Vielfalt von Stand und Land verstnaden wird und mit kulturellen, kommerziellen und sozialen Angeboten Gelegenheiten für Austausch und Teilhabe bieten soll.

Für ihren Einsatz für Demokratie, Toleranz und Integration erhielten Siegbert Butz sowie ein ehrenamtliches Team des Sozialwerks Potsdam, die sich für blinde und sehbehinderte Menschen einsetzen, eine Anerkennung. Herr Butz engagiert sich seit 2011 für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Er fördert individuelle Fähigkeiten, Kompetenzen, soziale Integration, Kommunikation und Orientierung. Das Team des Sozialwerks Potsdam bemüht sich seit 20 Jahren um die Teilhabe von blinden und sehbehinderten Menschen und erreicht mit seiner Arbeit über 100 Menschen.

Foto: Stefan Gloede