„Sie sind das Herz Potsdams“

Die Preise sind vergeben. Umrahmt von festlicher Musik und der feierlichen Atmosphäre der Friedenskirche am Park Sanssouci wurde am 2. September der Potsdamer Ehrenamtspreis 2010 an 16 Personen und Projekte vergeben. Wir gratulieren herzlich allen Preisträgern, allen Nominierten und danken allen die sich in Potsdam ehrenamtlich für andere engagieren.

Ansprache von Oberbürgermeister Jann Jakobs
zur Eröffnung der Festveranstaltung
zum Potsdamer Ehrenamtspreis 2010

Sehr geehrte Mitbewerberin, sehr geehrter Mitbewerber um das Amt des Oberbürgermeisters,
sehr geehrte Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete,
sehr geehrte Preisauslober,
sehr geehrte Jurorinnen und Juroren des Ehrenamtspreises, vor allem aber
sehr geehrte Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler,

aus meiner Sicht kennt der Jahresreigen im Potsdamer Stadtkalender mindestens zwei großartige Höhepunkte im Leben unserer Gesellschaft:
– den Neujahrsempfang der Landeshauptstadt zu Beginn eines Jahres und
– den Ehrenamtspreis von Pro Potsdam, Verein Soziale Stadt und Landeshauptstadt Potsdam jedes Jahr im Herbst: jetzt schon zum vierten Mal, und zum dritten Mal in der dafür wie kein anderes schmuckes Haus prädestinierten Friedenskirche im Park Sanssouci.

Den heutigen Abend können wir, denke ich, ruhig als die „Schlössernacht“ für Potsdams Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen und ihre Angehörigen betrachten.

Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler neigen dazu, um sich und ihr Engagement gar kein Aufhebens zu machen. Viele sagen mir in zahlreichen Begegnungen vor Ort: Ehrenamt, das ist Ehrensache! Dafür braucht es keinen großartigen Dank. Sie haben recht. Dennoch schmückt es jedes Gemeinwesen, im Kleinen wie im Großen, wenn es diese freiwillige Hilfe und Tätigkeit zu schätzen weiß und eben nicht darüber hinweg geht, als wäre es die pure Selbstverständlichkeit. Hilfe von dem, der gibt, mag bereitwillig und wie selbstverständlich geleistet werden. Aber die Hilfe, für den der sie empfängt, ist jede Würdigung seitens der Gesellschaft wert!

Denn noch so enorme Anstrengungen des Staates und einer Stadt wie der unseren kann nicht darüber hinweg sehen, dass in unzähligen Situationen und Lebenslagen die menschliche Zuwendung und die Zeit für den Nächsten der Kitt ist, der unser Gemeinwesen zusammen hält. Ehrenamtlerinenn und Ehrenamtler sind die Kronjuwelen der Gesellschaft, und jede Stadt, jedes Land macht sich auf Dauer arm, das sie nicht zu würdigen, anzuerkennen und ab und an ins Schaufenster zu legen weiß. Wie wir heute Abend.

70 Projekte vor zwei Jahren, 65 Vorschläge im vergangenen Jahr und erneut wieder 60 Vorschläge in kurzer Zeit für 2010 – im Ganzen rund 200 gut begründete und zum Teil ausführlich beschriebene Nominierungen in einem überschaubaren Zeitraum von nur zwei Jahren belegen den Reichtum und die Vielfalt ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt. Wir können keinen Turm bauen und alle Namen um ihn herum anbringen lassen – wie zur Zeit in Berlin am Großen Stern – aber wir wollen die in den zurückliegenden Wochen genannten Projekte und Personen Ihnen nennen – und am Ende auf die Bühne holen.

Wenn einige von Ihnen in den vier Ausschreibungskategorien nochmal gesondert aufgerufen und mit Lob bedacht werden, dann stellvertretend für die vielen gleichwertigen Engagements, die dahinter in keiner Weise zurückstehen und schon im nächsten Jahr zu den Preisträgern gehören können.

Die Anerkennung der gesamten Stadt gehört Ihnen allen! Weit über die heutige Veranstaltung hinaus. Zum Ehrenamtsleben in Potsdam zählen aber auch die anerkannten Ehrenamtsagenturen, an die sich Engagementbereite und Engagementsuchende gleichermaßen wenden können; es zählen dazu die Einrichtungen, die Ehrenamtler und Ehrenamtlerinnen begleiten und weiterbilden; die Wohnungsunternehmen, die freiwilliges Engagement im Stadtteil und bei sich nachhaltig fördern; und neuerdings gehört zur Vielfalt der Förderung und Anerkennung auch der brandenburgweit eingeführte „Freiwilligenpass“, der auf Antrag durch die Staatskanzlei des Landes vergeben wird. Ein ganzer Strauss von Ehrenamtsakzenten ist entstanden, wiederzufinden auf dem neuen Internetauftritt www.ehrenamt-potsdam.de.

Die Stadtverordneten und ihre Fraktionen, die das Ehrenamtskonzept letztes Jahr beschlossen haben, haben das Richtige getan. Auch wenn kein Bundes- oder Landesgesetz uns auferlegt so zu handeln wie wir handeln. Eine Stadt lebt nicht von Gesetzen allein, sondern ebenso – und manches Mal besser – von zahlreichen freiwilligen Leistungen und Diensten, die die Stadtgesellschaft miteinander verabredet.

Potsdam ist ohne Zweifel eine lebenswerte Stadt geworden, eine Stadt für Kinder und Familien, für alle Generationen. Dass das so bleibt, dafür brauchen wir den Mut der Politik, gewiss, aber auch die Kraft der Einzelnen, die sich engagieren und einbringen, die mit anpacken und helfen, wo es not tut. Deren Lohn nicht aus Geldmünzen besteht, sondern darin, heute Abend der Mittelpunkt der Stadt zu sein. Hinter dem auch ein Oberbürgermeister zurück zu stehen hat.

Sie sind das Herz Potsdams, ich danke Ihnen!

Schlussworte von Oberbürgermeister Jann Jakobs

Sehr geehrte festlich Versammelte,

mir obliegt es, namens der Auslober und der gesamten Stadt Ihnen allen für Ihr engagiertes Wirken zu danken:

  • denen, die auf so vielfältige Weise sich freiwillig engagieren
  • denen, die als Agenturen, Träger und Institutionen den Freiwilligen eine professionelle Heimat bieten
  • denen, die als Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete sich immer wieder aufs Neue für die Anerkennung und Würdigung ehrenamtlichen Tuns einsetzen
  • denen, die mit ihren Gremien und Beiräten diesen Prozess verstetigen helfen
  • denen, als Jurorinnen und Juroren jedes Jahr ein glückliches Händchen an den Tag legen
  • denen, die als Familienangehörige ihren Ehrenamtlichen den Rücken frei halten
  • den Verantwortlichen bei Fernsehen, Funk und Presse, die zurecht ausführlich darüber berichten
  • denen, die diese wunderbare Festveranstaltung in bewährter und doch auch wieder überraschender Weise zu organisieren wissen
  • Björn Wiede und seinem Ensemble für einzigartigen musikalischen Genuss
    Herrn Dr. Geldener für seine sympathische Art, uns alle kurzweilig durch den Abend zu führen und
  • Last not least denen, die neben den drei Auslobern Pro Potsdam, Verein Soziale Stadt und Landeshauptstadt mit Spenden – wie zum Beispiel die Wohnungsgenossenschaft Karl Marx in Potsdam – und mit gutem Willen diese Veranstaltung, die zum Festreigen der Stadt gehört, erst möglich machen!

Ich bitte alle Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler, die heute genannt wurden und die Preisträger nochmal auf die Bühne: für ein gemeinsames Schlussbild, das in die Region hinein und darüber hinaus das einfache Signal aussendet:

Potsdam ist DIE Stadt der Engagierten.
Besucht uns und lebt hier, ihr werdet es merken.

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